dark matter (2019) by Viktor Brim dark matter (2019) by Viktor Brim dark matter (2019) by Viktor Brim dark matter (2019) by Viktor Brim

dark matter

2020, 4K-Video, 19‘52“, Farbe, Ton

Eine Spur regelmäßig ange­ord­neter Erd­hügel. Im Däm­mer­licht wird ein Muldenkip­per beladen. Über den Spitzen der Nadel­bäume hängt ein dichter Nebelschleier. Dun­kle Erde wird aus­ge­hoben, ver­frachtet und abtrans­portiert. In Dark Mat­ter (2020) wird durch ver­schiedene sit­u­a­tiv aneinan­der gefügte Bildele­mente eine visuelle Rei­bungs­fläche erzeugt, die von den For­men ein­er postapoka­lyp­tis­chen Land­schaft geprägt ist. Die Bilder wer­den bes­timmt vom Prozess der Rohstoff­förderung. Ohne die Boden­schätze aus den zahlre­ichen Dia­mant- und Gold­mi­nen im soge­nan­nten rus­sis­chen Föder­a­tionssub­jekt Jaku­tien, hätte die Sow­je­tu­nion nicht bis in die 1990er-Jahre Bestand gehabt. Tech­nolo­gie und Ide­olo­gie gehen hier Hand in Hand und hin­ter­lassen ihre Spuren.

Mil­itärisch und wirtschaftlich aus­gerichtete Bestre­bun­gen der Macht­sicherung sind in diese Land­schaft eingeschrieben. Der Rohstof­fab­bau und die Nutzbar­ma­chung der Natur zeigen ihre plan­wirtschaftlichen und geopoli­tis­chen Fol­gen, die den Charak­ter der „Föder­a­tionssub­jek­te” aus­machen. Deren Beze­ich­nung als „Sub­jek­te” wurde in der UdSSR einge­führt, um ver­schiedene Kat­e­gorien von ter­ri­to­ri­alen Ein­heit­en mit unter­schiedlichen Autonomiegraden auszus­tat­ten und zu ver­wal­ten. Tech­nol­o­gis­ch­er Fortschritt und ide­ol­o­gis­che Utopi­en kon­sti­tu­ieren hier ein prozes­suales und wech­selvolles Beziehungs­ge­flecht zwis­chen Sub­jek­t­de­f­i­n­i­tion und Staat­sap­pa­rat.